URSPRUNG

MUT IST DIE MITTE ZWISCHEN VERZAGTHEIT UND LEICHTSINN. WENN WIR MUTIG SIND, VERTRETEN WIR UNSERE WAHRE MEINUNG.

Jeanne Wellnitz, Magazin "Pressesprecher"

W oher die Freimaurerei kommt, lässt sich auf mehrere Ursprünge zurückführen. Dabei gibt es kein singuläres Ereignis, sondern kulturelle Entwicklungen, aus denen sich die Freimaurerei "bediente". Über die Jahrtausende alten Lichtkulte wird natürlich viel spekuliert. Die Symbolik findet man in der Freimaurerei wieder. Konkrete Übergänge kann man im Mittelalter finden: Freimaurerlogen sind aus den mittelalterlichen Dombauhütten entstanden. Dort waren Zimmerleute, Maurer, Architekten und Steinmetze beschäftigt.

Ihr Wissen, ihre Bräuche und Gesetze wurden mündlich überliefert, da Lesen und schreiben noch ein Gut von Wenigen war. Noch heute ist die Tradition der Passwörter, Erkennungszeichen und vieler Symbole lebendig, welche aus dieser Zeit stammt.
Zusammengehalten wurde die Bruderschaft durch eine gemeinsame Gesetzgebung von 1489, welche von Kaiser Maximilian bestätigt wurde. Der jährlich gewählte Vorsteher, der sogenannte Meister vom Stuhl, stand an der Spitze der Steinmetzbruderschaft und war für das Schlichten von Streitigkeiten zuständig. Alle übrigen Brüder waren gleichberechtigt.
Im Jahre 1717 schlossen sich dann in London vier Bauhütten zu einer Großloge zusammen, welche weltweit die Erste dieser Art war. Das Jahr 1717 wird daher als offizielles Gründungsjahr der modernen Freimaurerei angesehen.
Heute arbeiten die Logen nicht mehr praktisch, sondern nur noch geistlich oder "spekulativ". Symbolisch werden die Werkzeuge der Steinmetzen (Bleiwaage, Lot, Winkelmaß, Hammer) verwendet.

Welche Traditionen der operativen Handwerker gibt es noch heute?

D ie Organisationen der Wandergesellen werden als Schächte oder Bruderschaften bezeichnet. Die wichtigsten in Deutschland sind:

  • Gesellschaft der rechtschaffenen, fremden Gesellen, die älteste Vereinigung
  • Rolandschacht, benannt nach dem Bremer Roland, wo sich die Organisation gründete
  • Freie Vogtländer
  • Fremder Freiheitschacht, heute wahrscheinlich größte Organisation
  • Axt und Kelle

Zur Kluft der Wandergesellen:

E inen Wandergesellen erkennt man schon von weitem. Er legt seine Arbeitskleidung eigentlich nur zum Schlafen ab. Anzug mit weit ausstehenden Hosenbeinen, die nie unter 80 cm sein sollten, Weste und der „hohe Hut“ sind Wetterschutz und Markenzeichen zugleich. Der „Stenz“, ein in der Natur schlangenartig verwachsener Wanderstab begleitet den Fremden. Der „Charlottenburger“, das etwa 80 x 80 cm große Tuch, in dem Wäsche und Werkzeug ordentlich verpackt sind und mit dem Stenz unterm Arm oder über der Schulter getragen wird. Wir kennen diesen Ausdruck als nicht ganz vornehme Art des Schnäuzens.

Bei der Kopfbedeckung werden nach modischen Verständnis gewählt:

  • Zylinder
  • Melone („Koks“)
  • Schlapphut

die nur zu bestimmten Gelegenheiten abgelegt werden.

Äußeres Unterscheidungsmerkmal der Schächte ist die sog. „Ehrbarkeit“, eine Krawatte, die auf der „Staude“, ein kragenloses Hemd, gebunden wird.
Dabei steht:

  • Schwarz für die rechtschaffenen, fremden Gesellen
  • blau für den Rolandschacht
  • Rot für den fremden Freiheitsschacht usw.

Die „modernen“ Schächte verlangen keine reglementierte Kleiderordnung.

Traditionell wird 3 Jahre und ein Tag auf die Walz gegangen, ohne seinem Heimatort näher als 50 km zu kommen. Bei den Vogtländern hat man die Zeit auf zwei Jahre beschränkt. Der Nachweis zur Wanderschaft erfolgt über Wanderbücher, die in den Gesellenherbergen abgezeichnet werden.

Ziel der Walz:

Z uerst soll der Fremde tatsächlich die Welt kennenlernen, sein Herz öffnen und vorbehaltlos Kontakt suchen. Toleranz ist grundlegendes Gebot. Manch beschwerliche Wanderung lehrt einen Genügsamkeit. Die Gebräuche wie Liedgut, Begrüßungszeremonien und Bittsprüche wie beim „Schmalmachen“, der Anfrage um Beköstigung oder Schlafgelegenheit, sind anzueignen. Dann hat er sich Arbeit zu suchen und soll seine Fähigkeiten vertiefen. Ein unhöflicher Geselle fände keine Arbeit und würde verhungern.

Der Abschluss ist kein Meisterstück, sondern die Einheimischmeldung im Heimatort. Gleichwohl finden sich unter den einheimischen Gesellen auch Meister, was aber rituell keine Rolle spielt.

Auf der Walz kann der Fremde an Orten, an denen sein Schacht vertreten ist, an Gesellenabenden teilnehmen, bei denen „nach oben gegangen“ wird in den „Handwerkssaal“, der eben auch ein Hinterzimmer einer Kneipe sein kann. Hinter verschlossenen Türen wird ein Ritual unter Leitung eines „ehrwürdigen Wortführers“ mit dem „Ehrbaren Reglement“ abgehalten. Eine Art „Bundeslade“ steht geöffnet im Mittelpunkt der Versammelten. Hier finden sich vor allem die Parallelen zur FM. Ein Stufen- oder Gradsystem ist den Wandergesellen allerdings fremd.

frage

WOHIN?

Wie sieht die Zukunft der Freimaurerei aus? Gibt es weibliche Freimaurer oder bleibt es eine rein männliche Verbindung?
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frage

FREIMAUREREI

Was ist Freimaurerei ? Welche Ideen stehen dahinter?
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